Willkommen auf der Website der Zug Stadtschulen



Sprungnavigation

Von hier aus können Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen

Herti-Letzi: Schulhausinterne Weiterbildung

der Kindergarten- und Unterstufe (Zyklus 1) Schuleinheit Herti-Letzi, 5. März 2019

__________________________________________________________________________

Entwicklungsorientierte Zugänge – Spielen als Lernform im Lehrplan 21, Zyklus 1, mit Dr. Catherine Lieger PH Zürich

 

Die Forschung zeigt: Mädchen und Buben, die vor und im Kindergarten viel spielen, lernen besser, leichter und manchmal sogar auch mehr (René Donzé 1986).

Daraus lässt sich schliessen, dass Spielen die Lernform ist für Kinder. Spielen ist viel mehr als blosser Zeitvertreib, Spielen heisst auch Lernen. Spielen ermöglicht individuelle Lernwege und fördert die Entwicklung von Kompetenzen. Frei ausgewähltes Spielen ist intrinsisch motiviert, angenehm und mit positiven Emotionen verbunden.

In den Grundlagen des Lehrplans 21, Zyklus 1, sind die folgenden Schwerpunkte für das Spiel zwar versteckt, aber ganz aussagekräftig verankert: Spielen ist Lernen, Beobachten, Imitieren, Mitmachen, Gestalten, Gespräch, Motivation, die eigenen Fähigkeiten zu erproben und zu erweitern, Vertiefung und Konzentration. Spielen und Lernen sollen eine Einheit sein.

Der Zyklus 1 umfasst die Kindergarten- und Unterstufe, das heisst, er beschäftigt sich mit 4- bis 8-jährigen Kindern. Ausserhalb der Schule hat bei der Freizeitgestaltung der Kinder in den letzten Jahren eine deutliche Verschiebung stattgefunden: Viele Eltern fördern ihre Kinder schon in diesem jungen Alter zusätzlich. Das Kind wird immer mehr zum „Projekt“ und die Eltern sind die Architekten. Das bringt mit sich, dass diese Kinder oft überbehütet sind, schon viele Termine haben, wie z.B. Sport, Musik oder weitere Sprachen. In der Folge geraten viele von ihnen unter Druck. Gleichzeitig hat sich ihre Spielzeit in den letzten 10 Jahren um eine Stunde pro Tag verkürzt. Da stellt sich die Frage: Wie wachsen denn Kinder heute auf? Man stellt fest, dass viele besorgte Eltern ihre Kinder ständig kontrollieren, beaufsichtigen. Handys wie auch spezielle Uhren ermöglichen den Eltern, jederzeit Kontakt mit ihrem Kind aufzunehmen...

Dabei ist das Spiel die Superform der Förderung. Und genau aus diesem Grund müssen Kinder heute erneut ans Spielen herangeführt und dazu angeleitet werden. Die erste Form des Spiels ist das Funktionsspiel. Es bildet die Basis. Es ist ein guter „Boden“, das Kind kann dabei alles erleben. Hier stellt man fest, dass heutige Kinder deutlich weniger draussen spielen und dass sie auch weniger Erfahrungen z.B. mit Tieren machen können. Mit ca. 4 Jahren oder dem Eintritt in den Kindergarten beginnt das Kind mit dem Rollenspiel. Dadurch kann es die Umwelt erleben. Etwa ein Jahr später im 2. Kindergartenjahr wird dann aus dem Funktionsspiel das Konstruktionsspiel. Ebenfalls mit ca. 6 Jahren folgen die einfachen Regelspiele.

Wir stellen also fest, dass das Kind bis etwa zum Schuleintritt „beiläufig“ lernt und erst danach kommt das „bewusste Lernen“ dazu. Das Spiel wird zu einem festen Bestandteil während des Unterrichts auf dem Zyklus 1. Der Begriff Freispiel hat sich auf der Kinderartenstufe bereits etabliert. Auf der Unterstufe sollen in Zukunft auch längere Spieleinheiten geplant und durchgeführt werden. Eine professionelle Spielbegleitung durch die Lehrpersonen ist stufenunabhängig sehr wichtig. Ebenso wichtig ist es, dass sich die Kinder während einer Spielsequenz vertiefen können. Dies braucht Raum und Zeit, darum sollen diese Spielsequenzen ca. 45-60 Minuten dauern. Dazu gehört natürlich auch Material, das unterstützend ist. Während dem Spielen geht die Lehrperson, wenn nötig, aktiv auf die Kinder zu. Auf jede Spiel- und Lernphase folgt eine gemeinsame Reflexion, denn der Austausch fördert den kindlichen Lernprozess zusätzlich. Dabei werden Aussagen, Hypothesen und Anregungen formuliert. Man hat auch festgestellt, dass es, wenn Kinder in selbstgewählten Spieleinheiten sind, viel weniger konfliktanfällig ist.

Zusammenfassend kann man die wichtigsten Qualitätskriterien für gutes Spiel festhalten:

- Gute Stimmung

- Das Spielen muss total verlässlich sein: Eingeplant und es muss genügend Zeit und Raum vorhanden sein

- Begleitung ist immer da, wenn sie gebraucht wird

- Kein Gongschlag zum Abschluss der Spielsequenz: Fliessender Übergang, z.B. mit Musik

- Kreativ sein, immer wieder neue Formen einbringen für die gemeinsame Reflexion am Schluss

Viele Lehrpersonen haben während dieser interessanten Weiterbildung Feuer gefangen und planen, das Spielen auch in ihren Unterricht zu integrieren.

Wir danken Frau Dr. Catherine Lieger für die spannende Weiterbildung.

 

 

Verfasserin: Elisabeth Schönauer (Mai 2019)


Verkaufsstelle von Mc Donnalds mit vielfältigem Angebot
Verkaufsstelle von Mc Donnalds mit vielfältigem Angebot
Schulort Herti, Letzi

Datum der Neuigkeit 5. Mai 2019

zur Übersicht