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Hausaufgaben gehören zur Schule

Hausaufgaben sind wie ein Fenster der Schule. Sie eröffnen einen Einblick in den Unterricht.

Hausaufgaben sind ein immer wieder heiss diskutiertes Thema in den Medien, bei Eltern und in den Schulen. Hausaufgaben werden traditionellerweise je nach Alter unterschiedlich eingesetzt, um Aufträge fertig zu machen, Themen zu vertiefen, auf kommenden Unterricht oder Prüfungen vorzubereiten oder zu üben. Sie werden im Idealfall regelmässig und in eher kleinem Umfang erteilt, sollten interessant und variantenreich gestaltet sein und selbstständig gelöst werden können.

Hausaufgaben sind wie ein Fenster, denn sie eröffnen den Eltern und anderen Personen einen Einblick in den Unterricht. Sie zeigen, an welchen Inhalten die Schülerinnen und Schüler arbeiten, welche Lernziele die Lehrpersonen anstreben, mit welchen Lehrmitteln und anderen Unterrichtsmedien die Kinder arbeiten.

Heterogene Voraussetzungen und Kompetenzen der Eltern
Eltern können via Hausaufgaben einen Einblick in den Lernstand und das Lernen ihrer Kinder gewinnen. Es gibt Eltern, die es schätzen, wenn sie ihre Kinder bei den Hausaufgaben betreuen und fördern können und über Lernfortschritte im Bild sind. Andere Eltern ziehen es vor, wenn sie die knappe Zeit mit ihren Kindern nicht noch mit Hausaufgaben verbringen müssen. Weitere Eltern können ihre Kinder aus unterschiedlichen Gründen nicht unterstützen, was diese Kinder benachteiligt.

Hausaufgaben gehören zur Schule
Hausaufgaben gehören bei den Stadtschulen als Selbstverständlichkeit zum Schulalltag.
Weit weniger klar ist aber, wie viele und welche Art von Hausaufgaben angemessen sind. Wie kann die Lehrperson die Hausaufgaben gut betreuen? Welche Rolle sollen die Eltern bei den Hausaufgaben einnehmen? Diese und andere Fragen zu den Hausaufgaben werden kontrovers diskutiert. Jede Lehrerin, jeder Lehrer hat eine eigene Meinung dazu. Und diese Meinungen sind teilweise sehr unterschiedlich.
Aus diesem Grunde setzen sich die Stadtschulen von Zeit zu Zeit mit ihrer Hausaufgabenpraxis auseinander. So können die Lehrpersonen aus einer reflektierten Haltung eine gemeinsame Hausaufgabenkultur entwickeln und pflegen und gegenüber Lernenden, Eltern und Betreuungspersonen in Tagesstrukturen vertreten.

Eckpfeiler der Hausaufgabenpraxis bei den Stadtschulen

  1. Hausaufgaben sind ein Thema bei den Stadtschulen.
  2. Hausaufgaben sind ein Fenster der Schule. Deshalb wird den Eltern die Hausaufgabenkultur gezeigt und erklärt.
  3. Lieber oft als viel!
    Die Schülerinnen und Schüler lösen regelmässig und eher kurze Hausaufgaben.
  4. Qualität vor Quantität!
    Hausaufgaben sind denkanregend; sie verarbeiten den erlebten Unterricht und bereiten den weiteren Unterricht vor.
  5. Die Schülerinnen und Schüler erhalten sorgfältig zusammengestellte Hausaufgaben.
  6. Mit den Lernenden wird im Unterricht über die Hausaufgaben gesprochen. Die Lehrpersonen wissen, über welche arbeitstechnischen, intellektuellen und motivationsmässigen Voraussetzungen ihre Schülerinnen und Schüler verfügen.
  7. Die Eltern haben eine unterstützende Rolle im Hintergrund; sie sollen beim Lösen der Hausaufgaben nicht aktiv mitarbeiten müssen.

Angebot der Stadtschulen Zug
Mit dem Angebot Hausaufgabenstunden wird für die Schülerinnen und Schüler der 2. bis 6. Klasse ein strukturierter Rahmen zur Erledigung ihrer Hausaufgaben zur Verfügung gestellt. Die Hausaufgabenstunden finden in altersdurchmischten Gruppen aus verschiedenen Klassen zweimal wöchentlich statt. Die Nutzung des Angebots ist freiwillig.
Auch auf der Oberstufe steht den Schülerinnen und Schülern ein strukturierter Rahmen zur Erledigung der Hausaufgaben zur Verfügung. Hier kann die Hausaufgabenstunde maximal viermal wöchentlich von 12.45 bis 13.30 Uhr besucht werden (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag während den Schulwochen).
Die Kosten betragen für beide Angebote für das ganze Schuljahr pauschal CHF 250.00. Es wird ein Geschwisterrabatt gewährt. Weitere Auskünfte erteilen die Schulverwaltung Stadtschulen Zug, Tel: 041 728 21 40 oder E-Mail: stadtschulen@stadtzug.ch resp. Hugo Hayoz, Prorektor Sekundarstufe I, Tel: 041 728 69 09 oder E-Mail: hugo.hayoz@stadtschulenzug.ch

Bruno Küng, Schulentwickler


 

Ausschnitt aus einem Interview mit Professor und Pädagoge Dr. Alois Niggli von der Pädagogischen Hochschule Freiburg


Es gibt Studien, die den Hausaufgaben eine positive Wirkung auf die Leistung absprechen. Soll man sie abschaffen?
Nein. Hausaufgaben sind nicht generell wirkungslos. In der Unterstufe ist die Wirkung zwar kaum nachweisbar, mit zunehmendem Alter können sie aber einen positiven Einfluss auf die Schulleistung haben, falls sie sorgfältig erledigt werden.

Also kann man sie auf der Unterstufe abschaffen?
Von der Schulleistung her gesehen schon. Aus erzieherischen Gründen kann man aber sagen, dass die Kinder dank den Hausaufgaben mit der Zeit eine gewisse Selbstständigkeit entwickeln können.

Die Hausaufgaben als Weg zur Selbstständigkeit. Dieses Ziel steht auch in vielen kantonalen Lehrplänen. Aber wie realistisch ist es?
Sie sind eigentlich ein exzellentes Mittel, die Schülerinnen und Schüler zur Selbstständigkeit anzuhalten. Man muss dabei altersgemäss vorgehen. Von einem durchschnittlichen Drittklässler kann man nicht verlangen, dass er die Hausaufgaben für eine ganze Woche selber einteilt. Bei älteren Kindern ist das eher möglich und im Hinblick auf die Anforderungen in der Lehre oder in weiterführenden Schulen auch wichtig. Hausaufgaben greifen in die freie Zeit ein. So lernen die Kinder und Jugendlichen, dass es ausserhalb der Schulzeit Pflichten gibt, die sie selbstständig erledigen müssen.

Beim Lösen der Hausaufgaben sollten die Eltern eigentlich im Hintergrund bleiben. Welches ist ihre Rolle?
Die Schülerinnen und Schüler sollen die Hausaufgaben tatsächlich möglichst ohne die Hilfe der Eltern erledigen. Das bedeutet aber kein Laisser-faire. Das elterliche Interesse an der Schule, der Bildung, an dem, was das Kind gerade macht, ist hilfreich. Die Eltern können mit dem Kind über den Stoff diskutieren, es ermutigen und auch einmal trösten, wenn es versagt hat.

Wie steht es mit der Dauer der Aufgaben, was ist sinnvoll?
Sie muss in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Wenn ein Kind pro Tag eine verkraftbare Menge Mathematikaufgaben löst, kann sich das positiv auf die Leistung auswirken. Sobald es in Richtung einer Überforderung geht, kippt es ins Negative. Es empfiehlt sich die Regel «Lieber häufig als intensiv».

 

 

Gesetzliche Vorgaben im Kanton Zug

Im Reglement zum Schulgesetz ist festgehalten:

4. Hausaufgaben

§ 7 Grundsatz

  1. Die Hausaufgaben dienen dazu,
  1. die in der Schule erworbenen Kenntnisse zu festigen;
  2. die Schüler durch persönliches Beobachten und angemessene Materialbeschaffung für den Unterricht zu interessieren;
  3. den Erziehungsberechtigten einen Einblick in die schulische Arbeit der Kinder zu ermöglichen.

§ 8 Umfang

1 Die Hausaufgaben sind so zu bemessen, dass den Schülern genügend Freizeit bleibt.

2 Als obere Grenze für die tägliche Hausaufgabenzeit gilt für jeden Schüler:

  1. 1./2. Klasse: 20 Minuten
  2. 3./4. Klasse: 40 Minuten
  3. 5./6. Klasse: 60 Minuten
  4. Sekundarstufe I: 75 Minuten

In jeder Klasse ist eine Aufgabenkontrolle zu führen, bei mehreren Fachlehrern unter Aufsicht des Klassenlehrers.

3 Nicht zulässig sind Hausaufgaben:

  1. die von den Schülern nicht selbstständig erledigt werden können;
  2. über die Mittagszeit;
  3. vom Freitag auf den Montag;
  4. vom Vortag eines Feiertages auf den nächsten Schultag;
  5. während den Schulferien;
  6. bis und mit 4. Primarklasse von Mittwoch auf den Donnerstag.

 


Bild Hausaufgaben
Schulort Rektorat

Datum der Neuigkeit 13. Sept. 2018

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